Corporate Design: Der Styleguide

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Warum ist ein Styleguide wichtig f├╝r die Au├čendarstellung?

Synonyme: Corporate-Design-Guide, CD-Guide, Gestaltungsrichtlinie, manual of style, style sheet

Farbf├Ącher ├╝ber die gesamte Farbpalette
Styleguides | ┬ę Zooropa, Adobe Stock

Definition

Jede Corporate Identity besteht aus verschiedenen Elementen. Beispielhaft sind Logo, Farben, Schriften, Wording, Bildwelt oder andere Designelemente zu nennen. Der Styleguide ist eine Sammlung von Richtlinien, die den Gebrauch dieser Elemente regeln. Dabei kann der Styleguide sehr enge Grenzen setzen oder viel Spielraum zur Interpretation lassen. Beide extreme und alle Zwischenstufen sind denkbar und je nach Marke angebracht und sinnvoll.

Kann man sich erlauben, das Firmenlogo in verschiedenen Farben zu nutzen, oder ist die Farbe des Logos ausschlaggebend f├╝r eine durchg├Ąngige Au├čendarstellung? Folgen alle Info-Brosch├╝ren demselben Format, Raster und Layout oder d├╝rfen diese dem Zweck angepasst werden? Diese oder ├Ąhnliche Fragen kommen zwangsl├Ąufig beim Erstellen einer Corporate Identity und des dazugeh├Ârigen Styleguides auf.

Der detaillierte Designguide

Als Beispiel f├╝r einen sehr detaillierten, ausf├╝hrlichen Designguide haben wir uns das Dokument der OMV Group herausgesucht. Auf 72 Din-A4-Seiten wird sehr akribisch beschrieben, auf welche Arten und Weisen Logo, Claim, Farben, Bezeichnungen, Typografie und sekund├Ąre Designelemente benutzt werden sollen. Und auch, was nicht erw├╝nscht ist. Es werden Gesch├Ąftspapiere, Werbeartikel und Werbema├čnahmen beschrieben. Digital und analog werden teilweise unterschieden.

Diese Pr├Ązision des Styleguides f├╝hrt zu einer sehr konsequenten und durchg├Ąngigen Erscheinung des Unternehmens. Durch die F├╝lle an Designelementen kann dennoch f├╝r jeden Anwendungsfall ein angemessenes Erscheinungsbild erstellt werden. Die engen Leitplanken f├╝hren jedoch vielleicht dazu, dass man einige kreative Ideen ausl├Ąsst.

Mehr Freiraum f├╝r Kreativit├Ąt

Ganz anders und passend zu unserer Fragestellung begegnet die Kunsthalle Wien diesem Thema. Unter der Fragestellung, ob ein Corporate Design statisch oder dynmisch sein sollte, wurde das Logo sehr frei definiert. Das Logo ist ein Adler. Farbe und Stil sind dabei v├Âllig frei. So begrenzt man sich nicht auf ein einziges Logo. Gezeigt werden sollte damit unter anderem, "dass es nicht unbedingt eines Logos bedarf, um eine visuelle Identit├Ąt zu transportieren" (kunsthallewien.at).

Wenige Regeln im Styleguide f├╝hren also zu viel Raum f├╝r Interpretation. Daraus k├Ânnen bemerkenswerte Kreationen entstehen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass die Zuordnung zur Marke nicht immer gegeben ist.

Vorteile des statischen CD-Guides

  • Durchg├Ąngiges Erscheinungsbild
  • Hoher Wiedererkennungswert
  • Leichte Umsetzung qualitativer Designs

Vorteile des dynamischen CD-Guides

  • Flexibilit├Ąt in allen Situationen
  • Leichte Erweiterbarkeit f├╝r neue Anforderungen
  • Freiheit zu Kreativit├Ąt

Fazit - der goldene Mittelweg

Die Kombination beider Herangehensweisen wird in den meisten F├Ąllen der Beste Weg sein. Zu weite Grenzen f├╝hren schnell dazu, dass die Marke verw├Ąssert und an Wiedererkennungswert verliert. Zu genaue Vorgabe engen den Designer - gerade bei neuen Anwendungsf├Ąllen - sehr ein und beschneiden die M├Âglichkeiten, gro├čartige Ideen zu entwickeln.

Corporate Design soll ein lebendiger Prozess sein, der sich von Zeit zu Zeit anpasst und weiterentwickelt.

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